Immobilienkauf im Ausland - Was Sie beachten sollten

Ein eigenes Ferienhaus in mediterraner Lage ist für viele Menschen ein Herzenswunsch. Oft ist eine kleine Immobilie im Ausland auch schon relativ günstig zu bekommen, doch ein vorschneller Kauf kann den Traum vom eigenen Häuschen im Süden schnell platzen lassen.


Immobilienkauf funktioniert in jedem Land anders

Wer in Deutschland eine Immobilie kauft, muss sich an klare Regeln halten. So muss der Kaufvertrag zum Beispiel von einem Notar beurkundet werden, um überhaupt gültig zu sein. Außerdem muss neben dem eigentlichen Kaufvertrag auch noch separat eine Eigentumsübertragung stattfinden, die dann im Grundbuch festgehalten wird und zweifelsfrei das Eigentum an der Immobilie klärt. Und es gibt bestimmte Steuern und Abgaben, die mit jedem Immobilienkauf einhergehen. Im Ausland funktioniert das zum Teil ähnlich, oft sind die Regelungen allerdings auch sehr ungewöhnlich. Welche Schritte im Einzelnen nötig sind und was beachtet werden muss, hängt natürlich von den jeweiligen Gesetzen eines jeden Landes ab. Wer der Landessprache nicht mächtig ist, sollte sich deshalb am Besten fachkundige Beratung vor Ort suchen.

In vielen beliebten Standorten für Ferienhäuser wie Spanien gibt es zum Beispiel schon seit langem das sogenannte Küstengesetz (Spanisch „ley de la costa“), das bestimmte Küstenabschnitte vor einer zu starken Bebauung bewahren soll. In Frankreich gibt es eine ähnliche Regelung, die den privaten Besitz von Küsten und Stränden generell untersagt. Wer also von einem Ferienhaus mit Blick aufs Meer träumt, sollte von dem Kauf immer prüfen, ob sich die Immobilie oder das Baugrundstück auch wirklich in einer freigegebenen Zone befindet. Eine weitere Besonderheit in Spanien ist außerdem, dass ein Kaufvertrag für eine Immobilie auch dann gültig ist, wenn er ohne notarielle Beurkundung geschlossen wurde. Theoretisch genügt schon ein formloses Schreiben auf einem Schmierzettel — und das nutzen leider immer wieder auch Betrüger aus, um arglose Touristen zu überlisten.

Hilfe von Experten vor Ort nutzen

Niemals sollte man also im Ausland einen Kaufvertrag für eine Immobilie leichtfertig unterschreiben. Auch wenn nicht klar ist, wer der Eigentümer ist und ob dieser dem Verkauf zugestimmt hat, sollte man vorsichtig sein: Es könnte sich um einen Betrugsversuch handeln. In den meisten Ländern ist es ohne größere Mühen und Kosten möglich, den entsprechenden Auszug aus dem Grundbuch zu bekommen, mit dem die Eigentumsverhältnisse eindeutig festgestellt werden können. Häufig kann man das inzwischen sogar schon über das Internet von zu Hause aus erledigen.

Auch über den Inhalt des Kaufvertrages sollte man sich bis ins Detail informieren, bevor man diesem zustimmt. Immer wieder kommt es so zum Beispiel vor, dass Deutsche im Ausland eine Immobilie kaufen, die sich noch im Bau befindet oder deren Bau noch nicht einmal begonnen wurde. Im Grunde heißt das zunächst einmal noch gar nichts — immerhin ist es oft ja sogar wünschenswert, wenn man das eine oder andere bauliche Detail noch selbst bestimmen kann. Kritisch wird es erst, wenn im Kaufvertrag nachteilige Vereinbarungen getroffen werden. Diese können dem Käufer im schlimmsten Fall hohe finanzielle Verluste verursachen.

Ein guter Makler, Anwalt oder unabhängiger Gutachter hilft dabei, alle landestypischen Tücken zu vermeiden und ist insbesondere auch bei sprachlichen Schwierigkeiten eine willkommene Unterstützung.

Foto: skeeze@pixabay.de



April 6, 2016, 6:23 a.m.
Holiday home Deutschland - Holiday home Dänemark - Holiday home Estland - Holiday home Litauen - Holiday home Polen - Holiday home Schweden